Vorfall


Nachdem Presse und Politiker weltweit nicht an sich halten konnten, über den ersten Zusammestoß einer Drohne mit einer Verkehrsmaschine am 18.04.2016 nahe Heathrow zu berichten, und wieder einmal die unsäglichen Gefahren von Modellsportfluggeräten erwähnten, hat sich alles schon wieder in Luft aufgelöst und es gab anscheinend nicht einmal einen Zusammenstoß.

Die Untersuchung durch die britischen Behörden ergab gar nichts. Es waren am Flugzeug keinerlei Anzeichen eines Zusammenstoßes erkennbar und es gibt stichhaltige Aussagen der Crew, die deutlich machen, dass es fast sicher nicht einmal ein Multicopter war („Das gesichtete Objekt war angeblich ca. 2m breit und hatte eine rote Beleuchtung“). Dennoch sieht man in vielen Berichten einen DJI Phantom und es fühlt sich von den Lügenbaronen auch fast niemand berufen, die Falschmeldung zu korrigieren.

Kauft keine Zeitungen mehr und wählt Politiker mit Gehirn!


Am 20.07.2015 kam es in der Nähe des warschauer Flughafens in über 700 m Höhe zu einer gefährlichen Annäherung zwischen einer Drohne und einer Lufthansamaschine. Das Flugzeug sei in nur etwa 100 m Entfernung an der Drohne vorbeigeflogen. Der Steuerer der Drohne wurde bereits ermittelt und verhört. Ihm drohen wegen gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr bis zu 8 Jahren Haft. Was mit Drohne gemeint ist, wird nicht weiter erklärt. Das ist Mist und daran ist leider auch nichts zu beschönigen und man darf hoffen, dass es eine sehr hohe Strafe dafür gibt.

Ebenso gibt es aber auch nichts an unprofessionellen Artikeln zu beschönigen, bei denen es Autoren nicht hinbekommen, reißerische Kommentare auszulassen und das Thema Drohnen in den Dreck ziehen.

Zitat aus dem Heise-Artikel. „Nur 100 Meter trennten eine besetzte Passagiermaschine von einer Drohne. Die Lufthansa-Maschine konnte jedoch unbeschadet landen, die Polizei rückte mit Hubschraubern aus.“

Wieso ein Flugzeug, dass in einigem Abstand an etwas vorbei fliegt, nicht unbeschadet landen können sollte, dürfte selbst Erstklässlern völlig klar sein. Solche Aussagen sind genauso sinnvoll, wie die, dass bei der Landung glücklicherweise keine Nuklearwaffen in China expoldiert sind. Außerdem rückte die Polizei nicht mit Hubschraubern aus, sondern mit einem.

Wie so etwas richtig und sachlich funktioniert, zeigt die ursprüngliche Meldung.

>>Zur Heise-Meldung<<

>>Original Meldung<<


Gefahrenpotenzial

Die amerikanische Firma Failure Analysis Service Technology aus Prescott, Arizona ist sehr erfahren mit der Analyse von Schäden an Flugzeugtriebwerken. Der Inhaber der Firma, George Morse, bewertet im Artikel die Schäden, die ein Multicopter der 1-2 kg Klasse verursachen könnte, der in ein Triebwerk gerät. Seine Einschätzung als Fachmann lautet, dass ein Schwarm Vögel trotz der nicht vorhandenen Metallteile und Akkus mehr Schaden anrichten wird und das ein Absturz einer größeren Verkehrsmaschine durch eine Drohne nahezu unwahrscheinlich ist.

Zum Artikel (Englisch)