Gesetze


Der Modellflugsport in Deutschland steht vor dem Aus. Aufgrund der zuletzt gehäuften Berichterstattung über ferngesteuerte Multikopter, in Publikumsmedien häufig als „Drohnen” bezeichnet, sollen neue gesetzliche Bestimmungen verabschiedet werden, die den Modellflugsport in seiner Existenz bedrohen. Und damit das Hobby von hunderttausenden Menschen in ganz Deutschland.“ — pro-modellflug.de

Liebe Modellflieger und alle die es werden wollen oder auch nur als Zuschauer Begeisterung finden: Viele Menschen in Deutschland und vielen anderen Ländern betreiben seit Jahrzehnten Modellflug als Hobby. Dabei geht es rücksichtsvoll, gesittet aber vor allem sicher zu. Unfälle im Modellflugsport sind sehr selten und all das hat nichts mit den Spinnern zu tun, die sich mit ihren sogenannten Drohnen daneben benehmen. Aber genauso sind es die Lügner in Medien und Politik, die die Unwissenheit der Bevölkerung schamlos für eigene Zwecke ausnutzen, allen voraus Herr Dobrindt, der bereits das Thema Maut und schnelles Internet  vor die Wand gefahren hat und nun andere Themen sucht, mit denen er von seinem Totalversagen ablenken kann.

Modellflug ist nicht gefährlich und er muss nicht weiter reguliert werden. Modellflieger sind keine Spanner und keine Terroristen. Unterstützt den Modellflug auf www.pro-modellflug.de. Jede Stimme zählt.

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Endlich hat der Modellfluggott auch mal ein gutes Wort für die Modellflieger eingelegt. Die Regelungen für das Fliegen in kontrolliertem Luftraum (CTR) werden ab dem 01.06.2015 gelockert! Damit gelten die Flugeinschränkungen für Multicopter nicht mehr für Multicopter unter 5 kg, sofern unter ein paar zu berücksichtigenden Punkten 30 m Höhe nicht überschritten wird. Bislang brauchte man dazu eine Flugverkehrskontrollfreigabe. Beispielsweise betrifft das den Großteil von Dortmund, so dass man ab dem 01.06.2015 nahezu überall fliegen darf,  sofern die sonstigen Regelungen befolgt werden. Der Mindestabstand von Flughäfen bleibt mit 1,5 km unverändert.

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Fly-aways

Bei einem Fly-away ist der Multicopter durch die Fernsteuerung nicht mehr steuerbar, d.h. er reagiert nicht mehr auf eure Eingaben. Im günstigsten Fall stürzt das Fluggerät an Ort und Stelle ab. In ungünstigen Fällen fliegt euer Multicopter einfach weg und stürzt dann irgendwo ab. Mit vollem Akku kann das auch erst einige Kilometer entfernt in Wohngebieten oder auf Straßen passieren, auch wenn ihr euch am Flugplatz vermeintlich in ausreichendem Abstand zur Zivilisation befunden habt.

Im Netz kursieren diverse Statistiken, die belegen wollen, das bestimmte Flugsteuerungen vermehrt für Fly-aways sorgen. Beispielsweise kann man hier vermeintlich sehen, dass die APM mit Abstand am meisten Probleme bereitet. Dagegen hält hier eine anschauliche Grafik die Naza für den Bösewicht.

Fachlich gesehen hat das mit Statistik wenig zu tun. Es sind einfach willkürliche Ansammlungen von Informationen, die alle sehr unterschiedliche Rahmenbedingungen haben und somit nicht vergleichbar sind. Einen Fly-away kann niemand ausschließen und es gibt keine Flugsteuerung, bei der das nicht passieren kann. Oft ist es vermutlich auch einfach das Unvermögen des Piloten, der in Panik nicht mehr weiß, dass vielleicht nur das GPS oder andere Sensoren der Flugsteuerung falsche Daten liefern und das ein Umschalten auf einen manuellen Modus zumindest noch für einen kontrollierter Absturz sorgen kann. In anderen Fällen erkennt man die Ausrichtung des Multicopters nicht und steuert immer weiter weg.

Auf der anderen Seite muss sich jeder bewusst sein, dass er für seine Fliegerei haftbar ist. Kein Multicopter ist sicher vor Fehlern und Abstürzen. Wer damit in Bereichen fliegt, in denen sich Menschen aufhalten oder wo leicht große Schäden verursacht werden können, der handelt rechtlich vermutlich bereits nicht mehr im Sinne der LuftVO §1. Damit dürfte es im Zweifel vor Gericht schwierig werden, sich für solche Flüge zu rechtfertigen.

Im Zweifelsfall denkt zuerst nur an die Sicherheit und nicht an den Multicopter. Sobald sich abzeichnet, dass der Flieger außer Kontrolle gerät, seht zu, dass ihr das Ding sofort auf den Boden holt.


Das Department of Transportation (DOT) und die Federal Aviation Administration (FAA) haben am 15. Februar 2015 einen Entwurf für ein neues Regelwerk für die kommerzielle Nutzung unbemannter Fluggeräte veröffentlicht. Der Hintergrund dazu ist eine bessere Integration mit der bemannten Luftfahrt und ein Verbesserung der Flugsicherheit.

Die neuen Regeln bestimmen im Wesentlichen Folgendes:

  • UAS müssen weniger als 25 kg wiegen.
  • Der Steuerer muss sein Fluggerät zu jeder Zeit ohne technische Hilfsmittel im Blick haben.
  • UAS dürfen nicht über Personen fliegen, die nicht mit der Steuerung des UAS befasst sind.
  • UAS dürfen nur zwischen den offiziellen Zeiten zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang fliegen.
  • Der Steuerer muss anderen Fluggeräten Vorfahrt gewähren.
  • FPV kann nicht zum Steuern verwendet werden, das es die Anforderung see-and-avoid (sehen und vermeiden), also die Vermiedung von Gefahrensituationen, nicht erfüllen kann. FPV kann zulässig sein, wenn die Anforderungen auf andere Weise erfüllt werden.
  • Die maximale Geschwindigkeit darf 100 mph (ca. 160 km/h) nicht überschreiten.
  • Die maximale Flughöhe darf 500 Fuss (150 m) nicht überschreiten.
  • Die minimale Sichtweite muss 3 Meilen (ca. 4,8 km) betragen.
  • In Luftraum A ab 18.000 Fuss ist ein Betrieb untersagt.
  • In Luftraum B,C,D und E wird eine Flugverkehrskontrollfreigabe benötigt.
  • In Luftraum G darf ohne Freigabe geflogen werden.
  • Eine Person darf nicht gleichzeitit mehrere Fluggeräte steuern.
  • Rücksichtloses oder leichtsinnigs Fliegen ist untersagt.
  • Das UAS muss vor dem Flug auf Problem überprüft werden.
  • Personen, die gesundheitlich oder durch andere Gründe in ihrer Steuerfähigkeit beeinträchtigt sind, dürfen ein UAS nicht steuern.
  • Steuerer von UAS müssen in einer Prüfung bei einer offiziellen Stelle nachweisen, dass sie über ein ausreichendes Wissen verfügen, um ein UAS sicher zu steuern. Sie müssen mindestens 17 Jahr alt sein und die Prüfung alle 24 Monate erneuern. Darüber hinaus müssen sie der FAA den Zugang zum UAS zwecks Inspektionen auf Anfrage ermöglichen. Unfälle mit Sach oder Personenschäde müssen der FAA innerhalb von 10 Tagen angezeigt werden.

Die neuen Regeln besiegeln gleichzeitig auch das Aus für die Pläne von Amazon&amp;Co, zukünftig Drohnen als autonome Lieferanten einzusetzen. Amazon hat bereits angekündigt, die Feldversuche in anderen Ländern weiterzuführen.

 

 


Meldung: Sicherheitsexperte bringt Drohnen-Führerschein ins Gespräch

In einem Interview mit dem Sicherheitsbeauftragtem des DFB, Helmut Spahn, fordert dieser den Führerschein und ein Equivalent der Waffenbesitzkarte für Drohnen. Begründet wird das mit Terrorismusgefahren und Kriminalität. Herr Spahn behauptet, dass man sich der Gefahren noch nicht ganz bewusst ist und das alle an einem Strang ziehen müssen. Ebenfalls spricht er gleich auch den zuständigen Flugbehörden die Kompetenz ab.

Es gilt der Generalverdacht: jeder der eine Drohne kaufen kann, ist anscheinend potenziell ein Krimineller. Das seine geforderten Regelungen keine Kriminellen betreffen, weil diese sicher die Letzten wären, die sich an seine Gesetze halten, befördert ihne als „Sicherheitsexperten“ ins Abseits. Herr Spahn hat vergessen, auch Besitzkarten und Führerscheine für Modellautos und Modellboote zu fordern.

Darüber hinaus muss der Verkauf von Elektromotoren, Propellern, Plattformen wie Arduino, sowie jeglicher Art von Sensoren wir Gyroskope und Beschleunigungsmessern waffenscheinpflichtig werden, denn daraus kann jeder ohne große Mühen Multicopter bauen. Selbstverständlich muss dazu sichergestellt werden, dass sämtliche Teile nicht ins Land eingeführt werden können. Ob Herr Spahn denkt, dass 9/11 nicht stattgefunden hätte, wenn man Gesetze gehabt hätte, die Terroristen den Zugang zu Flugzeugen untersagt hätten? Sollten nicht vielleicht alle Menschen vorsichtshalber inhaftiert werden, bevor diese ganzen potenziell Kriminellen noch Straftaten begehen? Man weiß es nicht…


Meldung: Neue Regeln für unbemannte Flugzeuge

Achtung bei Aus-„flügen“ in Österreich. Dort gelten nicht dieselben Regelungen wie in Deutschland. Es gibt seit Anfang 2014 ein Regelwerk, das Vieles, das für den Modellflug in Deutschland nicht explizit geregelt ist, dort genau festlegt. An sich finde ich diese Regelung sehr gelungen, da sich die Verantwortlichen mit den Themen auseinandergesetzt haben. Ob die Regeln zu streng sind, ist ein anderes Thema und es wird sich mit der Zeit sicher herausstellen, ob da etwas korrigiert werden sollte.