Film & Foto


kamerafrauFilm & Foto-Aufnahmen sind nicht selten ein heikles Thema. Wer glaubt, er könne einfach „draufhalten“ wann und wo er will und einfach alle Fotos und Filme im Internet veröffentlichen oder verkaufen, der befindet sich schnell sogar im Straftatbereich. Durch verschiedene Gesetze hat der Gesetzgeber die Persönlichkeitsrechte der Menschen sehr stark geschützt und das Recht am eigenen Bild festgelegt.
Wenn ihr euch nicht an diese Gesetze haltet, kann das sehr teuer werden und sogar in Freiheitsstrafen enden. Dabei könnt ihr mit ein paar einfachen Maßnahmen viele Probleme von Anfang an verhindern.
  • Wenn ihr Personen ablichtet, versichert euch, dass diese mit dem Ablichten einverstanden sind. Lasst euch das gegebenenfalls schriftlich geben. Bei Kindern muss in vielen Fällen das Einverständnis eines Erziehungsberechtigten eingeholt werden. Ein vorbereiteter Zettel, in den nur noch Name der abgelichteten Person, Datum und Unterschrift eingetragen werden muss, erleichtert das Ganze.
  • Wenn ihr Bilder mit Personen veröffentlichen wollt, lasst euch das immer schriftlich genehmigen.
  • Aufnahmen von Gruppen bei Veranstaltungen oder Versammlungen sind in der Regel kein Problem, wenn die Abbildung die Veranstaltung oder Versammlung an sich als Motiv hat.
  • Stellt sicher, dass auf dem Boden, auf dem ihr gerade steht, das Fotografieren erlaubt ist. Das ein Ort öffentlich zugänglich ist, bedeutet lange nicht, dass ihr dort fotografieren dürft. Beispielsweise sind Bahnhöfe und Kirchen zwar öffentlich zugänglich, sind aber Privatbesitz und unterliegen dem Hausrecht des Eigentümers. Das gilt auch für viele andere Locations, die Privatbesitz sind.
  • Im Urheberrecht gibt es die sogenannte Panoramafreiheit. Diese gestattet es prinzipiell jedem das abzulichten, was er von einem öffentlichem Platz, der jedem frei zugänglich ist, ohne weitere Hilfsmittel sehen kann. Das bedeutet aber nicht, dass ihr einfach Personen oder deren Eigentum auf deren Grundstücken ablichten und veröffentlichen könnt, nur weil ihr das von öffentlichen Plätzen aus sehen könnt. Die Panoramfreiheit endet an der Stelle, wo ihr euch mit Hilfsmitteln freie Sicht verschafft beispielsweise mit einer Leiter oder vom Balkon oder Dach eines Hauses.
  • Wenn ihr durch Fenster oder Türen Innenräume ablichtet, benötigt ihr immer die Genehmigung des Eigentümers. Die Panoramafreiheit endet an den Außengrenzen von Bauwerken.
  • In der Regel sind bauliche Objekte in der Öffentlichkeit nicht besonders geschützt. Außergewöhnliche Objekte, die sich vom Gewöhnlichen abheben, können aber durchaus vom Urheberrecht geschützt sein. Das gilt auch für viele Kunstobjekte wir Denkmäler, Skulpturen oder Installationen. Diese dürft ihr zwar im Rahmen der Panoramafreiheit für Privatzwecke ablichten, aber nicht veröffentlichen, wenn ihr dazu keine Genehmigung habt.

Und in der Luft?

Was oben steht, gilt genauso für Aufnahmen aus der Luft. nyluftaufnahmeDa die Luft nicht für jedermann frei zugänglich ist — dazu braucht ihr Hilfsmittel — ergibt sich automatisch, dass hier die Panoramafreiheit nicht gilt. Aufnahmen von Privatbesitz aus der Luft und deren Veröffentlichung oder Verwertung bedürfen fast immer der Genehmigung des Besitzers. Hier kommt es vor allem auf die Detailgenauigkeit der Aufnahmen an. Sobald ihr mit den Bildern zuviel Einblick gewährt, gilt das Persönlichkeitsrecht und ihr braucht eine Genehmigung. Dabei ist es leider nicht eindeutig, was genau Detailgenauigkeit bedeutet. Bekannt ist, dass beispielsweise die Erkennbarkeit von Personen oder von Nummernschildern von Kfz zu detailgenau ist und in das Persönlichkeitsrecht eingreift.

Verboten ist das Ablichten von sicherheitsgefährdeten Anlagen, also beispielsweise von militärischen und technischen Anlagen wie Atomkratfwerken. Darüber hinaus müsst ihr darauf achten, dass eure Flughaftpflichtversicherung das Fliegen mit Kamera an Bord überhaupt erlaubt. In vielen Fällen ist das nämlich nicht der Fall und ihr fliegt ohne Versicherungsschutz, was wiederum dazu führt, dass der gesamte Flug nicht legal ist, da ihr die Versicherungspflicht nicht erfüllt.

Fazit

Ihr findet hier lediglich einen sehr kurzen Abriss zum Thema Fotorecht. Die Thematik ist viel zu komplex um das in irgendeiner Form kurz zusammenzufassen. In vielen Fällen reicht schon ein wenig gesunder Menschenverstand oder einfaches Nachfragen um Probleme zu vermeiden.

Eine ausführlichere Zusammenfassung der Gesetzeslage gibt es hier von den Rechtsanwälten Karsten+Schubert.Die Webseite rechtambild.de widmet sich ebenfalls sehr ausführlich diesem Thema.

In eigener Sache

Ich bin kein Rechtsanwalt und betreibe hier keine Rechtsberatung. Die Übersicht hier basiert auf meinem Verständnis von Gesetzen und Verordnungnen sowie Recherchen in verschiedenen Medien. Verbindlich sind für euch grundsätzlich nur die aktuellen Versionen der Gesetze und Verordnungen. Wenn ihr euch bei irgendwas unsicher seid, sucht ihr am besten Unterstützung bei einem Rechtsanwalt eines Modellflugverbands oder -verein. Bei falschen Aussagen oder Interpretationen freue ich mich über eure Hinweise.av-cr

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